#agility wurde als Showeinlage erfunden um Leuten in den Pausen von Pferderennen die Zeit zu vertreiben und wurde schnell sehr beliebt als Hundesport. Warum? Weil es Spaß macht. Also dem Menschen.
Ist Agility hundgerecht? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Beginnen wir von vorne..
Artgerecht ist nicht identisch mit „natürlich“, sondern mit bedürfnisgerecht unter heutigen Haltungsbedingungen.
Agility kann artgerecht sein, wenn:
• der Hund gesund ist
• das Training altersgerecht aufgebaut wird (keine Geräte vor Abschluss des Knochenwachstums),
• der Hund freiwillig und konzentriert arbeitet,
• das Training maßvoll, technisch sauber und stressarm erfolgt,
• Pausen, Aufwärmen und Abkühlen selbstverständlich sind.
Agility erfüllt mehrere artspezifische Bedürfnisse:
• Bewegung
• Kooperation mit dem Menschen
• Mentale Forderung
So gesehen ist Agiliy nicht nicht artgerecht. Aber..
Was würde der Hund tun wollen?
Hunde wurden über Jahrtausende für konkrete Aufgaben selektiert: Hüten, Jagen, Apportieren, Schutz oder Rettung. Bei diesen Tätigkeiten kann der Hund sein Können einsetzen, Entscheidungen treffen und direkten Einfluss auf das Ergebnis haben. Ein Hütehund zum Beispiel erlebt Abschluss, weil er die Schafe kontrolliert und sicher an ihr Ziel bringt. Er entscheidet selbst, wie er vorgeht, er ist selbstwirksam (ein Grundbedürfnis intelligenter sozialer Lebewesen)
Agility hingegen nutzt Bewegungs- und Hetztrieb, aber ohne Sinn oder nachvollziehbares Ziel für den Hund. Der Hund rennt über Hürden, durch Tunnel und Slalom, weil wir es wollen, nicht weil er ein Problem löst oder Erfolg erlebt. Agility ist kein hundgerechter Ersatz für ursprünglich selektierte Aufgaben.
Artgerecht ist das, was dem Hund langfristig körperlich und emotional guttut – nicht, was spannend aussieht oder auf Turnieren glänzt. Meine Physiotherapeutin Dr Schmidt meinte einmal: “Agility wäre supergesund, wenn es ganz langsam wäre.” Besonders die A-Wand sei äußerst bedenklich für die Gelenke.
So gesehen ist AG nicht wirklich hundgerecht. Es kann Teil eines hundgerechten Lebens sein – aber nicht dessen Grundlage.
Es kommt wie so oft auf das “wie” an 🐶






